Melatonin und seine Funktion im Körper


Melatonin trägt maßgeblich dazu bei, die circadiane Rhythmik – also die innere bzw. 24-Stunden-Uhr – des menschlichen Körpers zu regulieren. Durch die Melatoninproduktion gewöhnt sich der Körper an einen Rhythmus. Dieser kann aber auch unterbrochen werden, etwa bei einem Langstreckenflug. Das bekannte Phänomen des „Jetlags“ entsteht dadurch, dass der Körper das Hormon durch seine innere Uhr ausschüttet bzw. zurückhält und sich auf eine Ruhephase bzw. aktive Phase einstellt. Stattdessen wirken gegensätzliche Faktoren (Licht bzw. Dunkelheit) und der Körper braucht Zeit, den Rhythmus an die neuen Begebenheiten anzupassen. Insbesondere bei älteren Menschen produziert und schüttet der Körper das Hormon deutlich weniger aus als bei jüngeren. Das führt dazu, dass viele im Alter Schwierigkeiten damit haben, ein- oder durchzuschlafen.

Vorteile von Melatonin

Blinde Menschen, deren Schlaf-Wach-Rhythmus gestört ist, können Melatonin einnehmen, um eine Stabilität im Tagesablauf zu erlangen. Auch ältere Menschen, deren Melatoninspiegel oft niedriger ist, können mit Melatonin unter Umständen einen erholsamen Schlaf zurückgewinnen. Bei Fernreisen oder bei der Schichtarbeitern kann Melatonin ebenfalls eingenommen werden, um die Innere Uhr wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Grundsätzlich werden Melatonin-Produkte gern als Schlafmittel verabreicht. Der Botenstoff Melatonin gilt auch als Fänger von freien Radikalen, kommt jedoch therapeutisch nicht zum Einsatz.

Nachteile von Melatonin

Die Einnahme von Melatonin als Nahrungsergänzung oder Medikament kann zu Schläfrigkeit und Konzentrationsschwäche führen. Eine hohe Dosierung über einen längeren Zeitraum hinweg, steht laut Studien im Verdacht, die Funktion der Netzhaut zu beeinträchtigen. Bei einigen Tierversuchen wurde teilweise auch eine Rückbildung von Geschlechtsdrüsen beobachtet.

Weblinks

Wikipedia.de
Online-Lexikon

Schlafmedizin.de
Informationen zum Thema Schlaf

netdoktor.de
Melatonin als Medikament auf netdoktor.de